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Mitteilungen-Archiv |
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Mitteilung 21 -
2001 |
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Neues aus Medizin und Wissenschaft Neues aus Medizin und Wissenschaft Berichte/Meldungen/Meinungen Bundesregierung erhöht Tabaksteuer Forschungspreis 'Rauchfrei Leben 2002' Sachverständigenrat fordert nationales Anti-Tabak-Programm Impfstoff gegen Nikotinabhängigkeit Passivrauchen in der Schweiz Bundesverdienstkreuz für E.-G. Krause Gesetzliche Maßnahmen/Rechtsprechung Entwurf für ein Jugendschutzgesetz EU-Richtlinie zur Tabakwerbung Rauchverbote auf Bahnhöfen und in Zügen Nichtraucherschutz in Israel Aktionen der Tabakindustrie Prominenz beim Reemtsma Medientreff Einführung schadstoffärmerer Tabakprodukte B.A.T. sucht Dialog mit Tabakgegnern Termine 2001 Impressum Ausschreibungstext des Forschungspreises 'Rauchfrei Leben 2002' Ausschreibungstext des Forschungspreises 'Rauchfrei Leben 2002' |
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Mitteilungen-Archiv: Enthält vorhergehende Ausgaben der Mitteilungen |
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Bezüglich öffentlicher
Transportmittel sank die Anzahl belästigter Personen von 47 auf 35
Prozent. In öffentlichen Räumen fühlten sich letztes Jahr
36 Prozent und an Veranstaltungsorten wie Diskotheken oder Kinofoyers
47 Prozent aller Befragten von Zigarettenrauch gestört. An den Veranstaltungsorten
war mit 62 Prozent Nichtrauchenden und 25 Prozent Rauchenden der Unterschied
zwischen beiden Gruppen hinsichtlich Klagen über Tabakrauch am größten.
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Überreichung des Bundesverdienstkreuzes an Ernst-Günther Krause (rechts im Bild) durch den Staatssekretär des Bayerischen Staatministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Georg Schmid (Photo EGK) |
Gesetzliche Maßnahmen/Rechtsprechung Verkaufsverbot von Tabakwaren an Jugendliche Seit mehr als einem Jahr bereitet sowohl das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als auch eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten, die interfraktionelle Nichtraucherschutzinitiative im Deutschen Bundestag (Uta Titze-Stecher, SPD; Werner Lensing, CDU/CSU; Sylvia Voss, Bündnis90 / DIE GRÜNEN; Hildebrecht Braun, F.D.P.), einen Entwurf für eine Änderung des Jugendschutzgesetzes vor, in dem die Vorschriften für die Abgabe von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche neu gefasst werden sollen. Im Kern sehen die Entwürfe ein Verbot des Verkaufs von Tabakprodukten an Jugendliche unter 16 Jahren vor. Das Verkaufsverbot soll ebenso für die Abgabe von Tabakwaren aus Automaten gelten, außer es werde durch Aufsicht oder geeignete Vorrichtungen sichergestellt, dass die Jugendlichen Tabakwaren nicht aus den Automaten entnehmen können (Quellen: Pressemitteilung der interfraktionellen MdB-Gruppe 28.01.2000, Frankfurter Rundschau 09.01.2001. Siehe dazu unten: Abgabeverbot von Tabakwaren an Jugendliche in Irland). Nach Ansicht der KOALITION GEGEN DAS RAUCHEN, einem Zusammenschluss führender deutscher Gesundheitsorganisationen, greifen die Entwürfe zu kurz. Die Koalition fordert, die Altersgrenze für die Abgabe der Tabakprodukte - wie bei den harten Alkoholika - auf 18 Jahre festzusetzen und Automaten, die für Jugendliche zugänglich sind, abzuschaffen. (FJW) Erneuter Anlauf für eine EU-Richtlinie zur Tabakwerbung Die für die Gesundheit zuständigen Minister der EU haben am 5. Juni 2002 einen neuen Entwurf der EU?Kommission für eine Tabak-Werberichtlinie diskutiert. Acht Monate zuvor war die erste EU-Richtlinie zur Tabakwerbung vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf Klage der deutschen Bundesregierung hin annulliert worden. Mit Rücksicht auf die damalige Entscheidung des EuGH beschränkt sich der neue Vorschlag der Kommission nun auf die Werbung und Verkaufsförderung von Tabakwaren in Presse und anderen Printmedien, im Rundfunk, im Internet sowie durch Sponsoring einschließlich Gratisverteilung. Eine Reihe von Ländern wie Frankreich, Irland, Belgien und Spanien signalisierte bereits ihre Zustimmung zu dem Vorstoß der Kommission. Die deutsche Gesundheitsministerin Ulla Schmidt will vor einer formellen Stellungnahme überprüfen lassen, ob der Richtlinienentwurf der Rechtsprechung des EuGHs und dem Gebot der Verhältnismäßigkeit entspricht. Auch sei noch zu klären, ob ihr Ministerium oder das Verbraucherschutzministerium für die Regelung der Tabakwerbung zuständig ist. (FAZ 05.06.2001) Einschränkung des Rauchens auf Bahnhöfen und in Zügen Die Deutsche Bahn AG will in Bahnhöfen und Zügen das Rauchen zurückdrängen. "Wer im Bahnhof rauchen will, soll die Raucherecke aufsuchen, wie es am Flughafen üblich ist", sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn der Bild-Zeitung. "Wir wollen weg von Gleisen, die wie Aschenbecher aussehen". Das spare zudem Reinigungskosten. Auch in den Zügen geht es Rauchern an ihr Laster. Die Plätze für Raucher sollten weiter zu Gunsten der Nichtraucher eingeschränkt werden. (Bericht der Süddeutsche Zeitung 15.06.2001) Abgabeverbot von Tabakwaren an Jugendliche in Irland Mit Wirkung vom 1. August ist es in Irland verboten, Tabakprodukte an Personen unter 18 Jahren zu verkaufen. Dies schließt die Abgabe von Tabakprodukten aus Automaten ein. Verstöße gegen diese Bestimmung kann mit einer Geldstrafe von 200 irischen Pfund (etwa 500 DM) Pfund geahndet werden. (ASH Irland 01.08.2001) Rauchverbot in öffentlichen Räumen in Israel In der ersten Augustwoche ist in Israel ein umfassendes Rauchverbot in öffentlichen Räumen in Kraft getreten. Damit wird die vorherige Verordnung des israelischen Gesundheitsministeriums, nach der in öffentlichen Räumen ein Nebeneinander von Raucher- und Nichtraucherzonen bestehen kann, erheblich verschärft. Öffentliche Gebäude sind jetzt prinzipiell rauchfrei. Das Rauchen ist nur noch in kleinen, ausgewiesenen Raucherräumen erlaubt. (International Tribune 03.08.2001) Rauchfreie Fußballweltmeisterschaft Die Regierung von Südkorea, das zusammen mit Japan die Fußballweltmeisterschaft für das nächste Jahr ausrichtet, kündigte an, sie wolle die Spiele in ihrem Land rauchfrei halten. Diese Erklärung wurde sowohl von der WHO wie der EU-Kommission und dem Fußballweltverband sehr begrüßt. Dagegen gab sich der Pressesprecher des Deutschen Fußball-Bundes bedeckt. Auf eine Anfrage von 'Die Tabak Zeitung' wollte er sich zu dem Rauchverbot nicht äußern. Er ließ allerdings wissen: "Es gibt keine ähnlichen Empfehlungen des Deutschen Fußball-Bundes". Deutschland wird Gastgeberland für die Fußballweltmeisterschaft 2006 sein. (Die Tabak Zeitung 13.07.2001) Aktionen der Tabakindustrie Politische Prominenz beim Reemtsma Medientreff Was für Philip Morris der 'Treffpunkt Berlin' (siehe Mitteilungen des ÄARG Nr. 19), ist für Reemtsma der 'Medientreff' in Hamburg. Veranstaltungen dieser Art sind darauf ausgerichtet, Politikern ein Forum für öffentliche Auftritte zu verschaffen. Im Gegenzug rechnen die Veranstalter mit einem Gewinn an Prestige und einer guten Möglichkeit, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Für den Erfolg dieser PR-Strategie ist nur noch die gefällige Berichterstattung durch die Medien erforderlich. Wie der folgende Bericht aus DIE WELT zeigt, scheint das PR-Kalkül der Zigarettenhersteller aufzugehen: "Die Einladungen zum Reemtsma Medientreff sind hochbegehrt. Bundesweit. Und wer dabei sein kann ist "in". 600 Gäste drängten sich im Café Schöne Aussichten mit weißem Zeltanbau. Kondition war angesagt. Es herrschten Sauna-Temperaturen. Doch das heizte die Stimmung eigentlich eher an. Und das exzellente Fünf-Sterne-Büffet von Dorint-Chefkoch Sascha Baum sowie der fabelhafte Service der Hotel-Crew ließen kaum Wünsche offen. Reemtsma Vorstandssprecher Thierry Paternot und Top-Party-Organisator Manfred Schmidt gelang einmal mehr eine hochinteressante Gästemischung. Neben personellen Veränderungen in den großen Verlagen war natürlich das Hauptthema der langen Nacht die bevorstehende Wahl in Hamburg. Darum ließ sich nicht nur die Hamburger Polit-Prominenz sehen, sondern es reisten auch Bundespolitiker aus Berlin an. Angela Merkel war sowieso schon in Hamburg in Sachen Wahlkampf und erschien mit CDU-Spitzenkandidat Ole von Beust, dem sie gute Chancen einräumt. Sie war zum ersten mal beim Medientreff: "Ich habe interessante Menschen hier kennen gelernt." Hitze und Gedrängel machten ihr nichts aus: "Ich bin ja gestählt." Franz Müntefering war extra aus der Hauptstadt angereist, trank entspannt sein Bier, trotz Scharping-Affäre. Locker, im schwarzen T-Shirt, immer ein frisches Blondes in der Hand, amüsierte sich der Grüne Guido Rezzo Schlauch. Wann immer er kann, ist er beim Reemtsma Treff dabei. Genau wie Wolfgang Gerhardt, Fraktionschef der Liberalen. "Es ist eines der besten Feste". (Bericht von Doris Banuscher Die Welt 05.09.2001) Auf dem Medientreff erschien kurzfristig auch Professor Romano Prodi, Präsident der EU-Kommission, der sich zuvor in das Goldene Buch der Stadt Hamburg eingetragen hatte. (Hamburger Abendblatt 04.09.2001) Einführung schadstoffärmerer Nikotinprodukte Nachdem der US-Zigarettenhersteller Ligett die Einführung von zwei neuen Zigarettenmarken 'Omni' und 'Omni Nicotine Free' angekündigt hat, die besonders niedrige Teerwerte aufweisen bzw. frei von Nikotin sind (siehe Mitteilungen des ÄARG Nr. 18), drängen nun weitere Tabakfirmen mit neuartigen Tabakprodukten auf den Markt. Ihre vorgebliche Zielgruppe sind abhängige Raucher, die den Nikotinkonsum nicht aufgeben wollen. Gesundheitsexperten befürchten, dass diese Produkte einerseits Kindern und Jugendlichen den Einstieg in die Nikotinabhängigkeit erleichtern und andererseits Rauchern den Ausstieg aus dem Tabakkonsum erschweren. (FJW) |
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| Nikotin-haltiges Kaugummi für entwöhnungsunwillige Raucher ('Exalt') | |
Der Tabakkonzern Swedish Match, der verschiedene Tabakprodukte vor allem Kau- und Schnupftabake sowie Zigarren herstellt und vermarktet, plant in den US ein Nikotin-Kaugummi mit dem Markennamen 'Exalt' vorzustellen. Auch in Europa wird ein derartiges Produkt vermutlich noch in diesem Jahr - unter einem anderen Namen - auf den Testmarkt kommen. Dieses Kaugummi soll nach Angaben der Hersteller nicht wie die ähnlich gearteten Produkte der pharmazeutischen Industrie, z.B. die Nicorette von Pharmacia, Rauchern zur Entwöhnung helfen, sondern das Nikotinbedürfnis der Raucher in Situationen stillen, in denen ihr Rauchen unerwünscht ist. (Globalink 14.05.2001) |
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| Cigalettes: Nikotin-haltige Pastillen ('Ariva') | |
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B.A.T. sucht den Dialog mit Tabakgegnern zur Imageaufbesserung Der internationale Tabakkonzern B.A.T. lädt weltweit Tabakkontroll-Aktivisten dazu ein, mit ihm "in einen kontinuierlichen Dialog über die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens einzutreten". Der Konzern möchte vorgeblich erfahren, wie er von seinen Kritikern wahrgenommen wird, um daraus Konsequenzen für seine Unternehmensstrategie und sein gesellschaftliches Engagement zu ziehen. Auch in Deutschland ist B.A.T. an prominente Vertreter der Anti-Tabak-Lobby herangetreten. In Kenntnis der Tatsache, dass das Unternehmen jegliche Maßnahme, die den Tabakkonsum - und seinen Profit- verringern könnte, mit allen Mitteln bekämpft und seine Produkte allein im letzten Jahr 750.000 Menschen vorzeitig zu Tode gebracht haben, war die Reaktion der Angesprochenen denkbar kühl. Sie lehnen die Einladung ab und raten auch anderen, sich nicht an dieser durchsichtigen PR?Aktion des Unternehmens zu beteiligen. (Quelle: persönliche Mitteilung an die Redaktion) Die gleiche Empfehlung geht von den Vertretern der nichtstaatlichen US-Gesundheitsorganisationen aus, die von Brown & Williamson zu einer ähnlich gearteten Interaktion eingeladen worden waren. (Rundschreiben der Betroffenen vom 15.08.2001) |
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Die MITTEILUNGEN ÄRZTLICHER
ARBEITSKREIS RAUCHEN UND GESUNDHEIT (ISSN 1618-2766) sind das Mitteilungsorgan
des Ärztlichen Arbeitskreises Rauchen und Gesundheit e.V. (ÄARG)
und seines Fördervereins, des Arbeitskreises Rauchen und Gesundheit
(ARG), beide Eching/München. Die Mitteilungen sind abrufbar unter:
http://www.aerztlicher-arbeitskreis.de/.
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